Copyright: Vaping Chrisch, www.vaping-chrisch.de Impressum Schief gewickelt? - Nicht mit mir!        “Dampfdraht” Für die Wicklungen in unseren Dampfgeräten nutzen wir sog. Heizdraht. Und davon gibt es so viele verschiedene, dass es nicht nötig ist, hier zu experimentieren oder gar das Rad neu erfinden zu wollen (zumindest gilt das für jene, die gerade erst mit dem Selbstwickeln begonnen haben). In den Netzwerken / Foren lese ich häufig: “Kann ich auch “diesen Draht”, “jenen Draht” oder “sonstigen Draht” verwenden?”... “Kann ich auch den Draht aus meinem Toaster, Durchlauferhitzer oder der “alten Straletta aus’m Badezimmer” nehmen?”   Lass’ das und nimm’ das, was von (klar denkenden) Dampfern empfohlen wird! Basta! Du hast mehr als genug Auswahl: Kanthaldraht Kanthal (ist eigentlich eine Marke / Warenbezeichnung) ist sehr gern genommen, weil er sich gut verarbeiten lässt, in unterschiedlichsten Stärken erhältlich sowie günstig und stets verfügbar ist. Er besteht aus einer Chrom-Aluminium-Eisen-Legierung mit - je nach Ausführung - unterschied- lichen Mischungsverhältnissen. Da gibt’s z.B. Kanthal A, A1 und D. Die Unterschiede liegen in der maximalen, kontinuierlichen Arbeitstemperatur. Für Dampfer reicht der Kanthal D (Arbeits- temperatur bis 1300°C). Er hat von den hier vorgestellten Drähten den höchsten Widerstand. NiChrom Nickel-Chrom-Draht besteht - wie der Name schon sagt - aus einer Nickel-Chrom-Legierung. Viele Selbstwickler bevorzugen NiChrom statt Kanthal weil er schneller “anspricht” (die Wicklung schneller auf Touren kommt) Sein Widerstand ist etwas geringer als vom Kanthal. V2A Draht aus V2A-Stahl gibt es in unterschiedlichen Legierungen. Er ist unglaublich günstig aber nicht jeder V2A-Draht ist geeignet. Gerade bei der Zweckentfremdung (Baumarkt- oder Weidezaun- drähte für Deine Wicklungen zu nehmen), solltest Du Dich zuvor mit den Risiken auseinander setzen! Zunächst weiß keiner so genau, in welcher Legierung der Draht dargeboten wird. Und es können Öle, Fette und sonstige Verunreinigungen anhaften. Ein schlechter Geschmack ist da das geringere Problem... Was den Widerstand betrifft, ist V2A-Draht die 1. Wahl für Sub-Ohmer, weil er einen sehr geringen Widerstand besitzt. Zudem ist er sehr günstig und auch in sehr dicken Ausführungen zu bekommen. Titandraht Titandraht besteht - wie der Name schon sagt - aus Titan. Auch hier ist die Bezugsquelle ent- scheidend, denn wo in “guten” Drähten nur Titan und SPUREN anderer Metalle verarbeitet wurden, können andere Qualitäten auch ganz andere Legierungen besitzen. Titan ist insofern interessant, als dass es - neben Kobalt und rostfreiem Stahl - biokompatibel ist. Das heißt, es kann ohne gesundheitliche Auswirkungen vom Körper absorbiert werden. Der Widerstand ist in etwa halb so hoch wie der von Kanthal und er besitzt keinen metallischen Geschmack. Der Widerstand der Heizdrähte wird in “Ohm je Meter” angegeben. Damit kannst Du errechnen, wie viel Draht der jeweiligen Legierung und Stärke Du verarbeiten musst, um auf den gewünschten Widerstand Deiner Wicklung zu kommen. Wenn Du Dir diese Arbeit nicht machen willst: es gibt Dampfspulen-/Widerstandsrechner im Netz und als App fürs Smartphone. Dort gibst Du einfach ein, welchen Draht Du hast, wie dick deine Wickelhilfe ist und wieviel Ohm Deine Wicklung am Ende haben soll und der Rechner sagt Dir, wie oft Du den Draht um Deine Wickelhilfe wickeln musst. ACHTUNG: auch Software kann irren! Eine Widerstandsrechner-App ersetzt kein Ohmmeter! Grundsätzlich gilt: Je dicker der Draht (mit gleicher Legierung), desto geringer der Widerstand! Bei Dual Coils (2 Wicklungen in 1 Verdampfer) und Parallel Coils (2 Drähte nebeneinander in 1 Coil gewickelt) halbiert sich der Wert! Das heißt: wenn Du eine 1,2-Ohm-Dual-Coil haben willst, musst Du 2 Wicklungen à je 2,4 Ohm basteln! Wenn Du eine 1,2-Ohm-Parallel-Coil haben willst, musst Du die doppelte Anzahl Windungen einer “üblichen Single-Coil” anfertigen.  Dank der vielen erhältlichen Stärken und Legierungen kannst Du also eine Wicklung mit 1,2 Ohm auf unterschiedlichste Art und Weise anfertigen: mit viel dickem Draht, mit wenig dünnem Draht, mit kleinem oder großem Coil-Durchmesser, mit ein, zwei oder mehr Wicklungen, mit Parallel- wicklungen, verzwirbeltem oder geflochtenen Draht... oder auch mit einem Bündel Titandraht *ggg* Das Ergebnis bleibt eine 1,2-Ohm-Wicklung - jedoch der Geschmack und die Performance unterscheiden sich. Dein Draht ist Dir zu dünn, der Widerstand zu hoch? Kein Problem! Deine Drähte lassen sich ja auch verdrillen, verzwirbeln und flechten, Drähte um andere Drähte wickeln oder parallel legen - aber das solltest Du erst ausprobieren, wenn Du in Sachen Standardwicklungen fit bist und das Ohm’sche Gesetz im Schlaf kannst. Für den Anfang empfehle ich Dir 0,25er oder 0,30er Kanthal Draht. Es ist nicht nötig, sich 15 ver- schiedene Drahtstärken auf Halde zu legen. Zudem sind dünnere Drähte schwieriger zu ver- arbeiten, weil sie leichter brechen / reißen oder beim Wattewechsel verbiegen. Legierungen mit geringerem Eigenwiderstand kannst und solltest Du Dir anschaffen, wenn Du beabsichtigst, entweder viel Draht zu verarbeiten, um auf z.B. 1,2 Ohm zu kommen oder wenn Du gern eine gescheite Wicklung im Niederohmbereich anfertigen möchtest (eine Subohm-Wicklung aus einem einzelnen 0,25er Kanthaldraht wäre... quasi ein einsamer Glühfaden zwischen Deinen Polen. Naja, nicht ganz - aber fast ^^). Als grundgeiziger Mensch empfehle ich, VOR einem “unüberlegten Draufloswickeln” in einen Ohm- Rechner zu schauen und die von Dir geplante Wicklung zu “simulieren”. Du ersparst Dir damit Zeit, Draht, Nerven und Überraschungen. Ein Blick in solche Rechner lohnt auch, um sich im Vorfeld über die genauen Widerstände der verschiedenen Drähte zu informieren, damit Du den für Dich und Deine bevorzugte Wicklung den richtigen Draht findest. in der Rubrik “Links” hab ich Dir einen guten Rechner verlinkt. Den gibt es auch als Android-App.